
© Lisa Kutzelnig
Zum Konzert
Als Fanny Hensel ihre Ouverture C-Dur 1834 in Berlin uraufführte, fuhr es »uns wie ein elektrischer Schlag durch die Seele und riss uns fort«, wie ihre Freundin, die Komponistin Johanna Kinkel, berichtete. Mit dem lichtvollen Werk erhellte Hensel, die Schwester Felix Mendelssohns, offenbar auf Anhieb die Gemüter ihrer Mitmenschen. Doch die Nachwelt strafte die Komponistin ebenso durch Ignoranz wie ihre komponierende Landsfrau Emilie Mayer. Mayer blieb fast doppelt so viel Lebenszeit wie Hensel, um ein beeindruckendes Œuvre von acht Symphonien, 15 Konzertouverturen sowie viel Kammer- und Klaviermusik zu schaffen. Mit ihrer lyrischen zweiten Symphonie e-Moll sowie Hensels Ouverture erweckt die CAMERATA unter der Leitung ihres Konzertmeisters Afanasy Chupin Musik, die in der männlich dominierten Musikwelt lange unerhört blieb. Die CAMERATA öffnet nicht zum ersten Mal die Ohren für Meisterwerke aus weiblicher Hand. Mit ihrer romantischen Poesie passen beide Werke ideal zu Chopins empfindsamem Klavierkonzert Nr. 1, gespielt von Chopin-Preisträgerin Yulianna Avdeeva.


